KATHOLISCHE PFARREI

S T .   B E R N W A R D   B R A U N S C H W E I G

GEDANKEN ZUM 13. / 14. FEBRUAR 2021


Liebe Mitchristen,

heute hören wir die bekannte biblische Geschichte von der Heilung eines Aussätzigen (Markus 1,40-45). Diese Heilungsgeschichte bekommt in unserer Corona-Zeit einen besonderen Klang: Ein weltweites Corona-Netz hat uns in seinen Fängen. Corona ist leider der aktuelle Aussatz. Ja, es ist ein menschliches Grundbedürfnis, gesund zu sein, seinen Alltag mit allen seinen normalen Tiefen und Höhen einiger maßen gut zu überstehen. Die zusätzlichen Corona-Belastungen setzen uns im Moment wirklich arg zu. Wir fühlen uns nicht frei, geschweige denn rein. Wie unendlich dankbar wären wir, wenn diese Corona-Pandemie doch endlich vorbei wäre!

So wie der Aussätzige im Evangelium, sind auch wir hier und heute eingeladen: „Da kam ein Aussätziger zu Jesus und bat um Hilfe“ (Vers 40). Der Anfang der Heilungsgeschichte liegt in der persönlichen Endscheidung des Aussätzigen, sich an Jesus zu wenden. Und Jesus wendet sich sofort dem Hilfesuchend zu und öffnet ihn dadurch seine Zuwendung und Aufmerksamkeit: “Jesus hat Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte ihm: Ich will – werde rein! Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.“ (Vers 41 und 42). Jesus zeigt sich hier so sehr menschlich, so menschenfreundlich, so menschlich nahe, dass diese Heilung geschehen kann. Jesus hat vor keinem Aussatz Angst, er hat keine Berührungsängste. Mit all unserem eigenen inneren Aussatz können wir immer wieder, in jedem Moment zu Jesus, zu Gott kommen. Wenn wir Gott um Hilfe bitten, rührt er uns an, heilt er uns, unser Heiland.

Ähnliche Wunder durften wir sicher schon so manches Mal in unserem Leben erleben – Gott sei Dank. Und doch steht uns das Misstrauen leider immer wieder im Weg in unserer Beziehung zu Gott. Oft wollen wir uns eben lieber doch selbst erlösen und trauen der göttlichen Kraft zu wenig. Heilung, Rettung aus tiefen Nöten ist letztlich ein Himmelsgeschenk. Einerseits ist es unser Suchen nach Nähe zu Gott, zu Jesus; andererseits bleibt die Erfüllung unserer Sehnsüchte offen. Nur Gott schenkt uns die not-wendige Rettung und Heilung. So kann Gottes uns liebende Macht und Kraft für uns sichtbar, ja sogar spürbar werden.

Der damals Geheilte platzte geradezu vor Dankbarkeit und „verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war“ (Vers 45), obwohl Jesus ihm streng sagte, niemandem etwas zu sagen. Und genau das Gegenteil tritt ein: Im Alltag erkennen die Menschen den geheilten Aussätzigen mit seinem frohen Gesichtsausdruck, seiner erleichterten Körperhaltung, die geschenkte Schönheit hat sicher viel Aufsehen bei den anderen Menschen erweckt. Aufgrund dieser offensichtlichen Veränderung gibt der Geheilte sein Zeugnis, er ermuntert andere Menschen, auch zu Jesus zugehen. So sind auch wir – genau in dieser nervigen Corona-Zeit – eingeladen, Zeugnis zu geben, von den vielen kleinen Wundern, die auf unerklärliche Weise auch in unserem Leben geschehen und uns geschenkt worden sind.

Aus diesen wunder-baren Lebenserfahrungen dürfen und können wir neue Hoffnung und Zuversicht schöpfen, die uns stärkt; jeden einzelnen, aber auch als große Glaubensgemeinschaft, die immer neue Nähe zu Jesus und Gott sucht und sich von ihm im Gebet und gemeinsamen Gottesdienst beschenken lässt.

Von Herzen frohe Grüße und eine gesegnete und gesunde Zeit

Christine Petrowski
Gemeindereferentin im überpfarrlichen Personaleinsatz